"Das perfekte Dinner"

 

“Das perfekte Dinner”, die Kochshow, bei der Hobbyköche gegeneinander antreten und sich gegenseitig mit ihren Menüs übertrumpfen müssen, kennt wohl jeder. Nächste Woche ist das Dinner zu Gast im Oberland. Mit von der Partie sind unter anderem Rosemarie aus Gmund und Klaus aus Fischbachau. Wer sich die 3.000 Euro am Ende holte wird aber noch nicht verraten.

In der gemütlichen Runde kann es nur einen Sieger geben

In der gemütlichen Runde kann es nur einen Sieger geben

„Das perfekte Dinner“ findet nächste Woche von 30. März bis 2. April im Oberland statt. Von Montag bis Donnerstag kann man ab 19 Uhr das Wettkochen auf dem Sender VOX mitverfolgen. Die Kandidaten kommen aus dem Landkreis Miesbach und Rosenheim.

Visagistin Cathrin aus Kolbermoor, Heilpraktiker Sascha aus Bruckmühl, Eventmanager Klaus aus Fischbachau und Rentnerin Rosemarie aus Gmund zeigen, was sie in der Küche drauf haben.

Die Gmunderin wird ihre Gäste am Dienstag mit einem Ostermenü verwöhnen. Zur Begrüßung wird es Champagner geben. Als Vorspeise serviert die Rentnerin dreierlei Fischsorten in verschiedenen Variationen. Als Hauptgang gibt es „Filet Wellington“ und zum Nachtisch dürfen sich ihre Gäste auf Mascarponecreme mit Krokant, Erdbeeren und einem Espresso Florentiner-Gebäck freuen.

Kochen aus Leidenschaft

Nach der Hauptspeise sind sich die anderen Hobbyköche jedoch uneinig: „Es hätte ein bisschen mehr durch sein können“, kritisiert Sascha das Filet. Eventmanager Klaus ist da anderer Meinung: “Es hätte vielleicht einen Ticken eher aus dem Ofen gemusst. Im Großen und Ganzen hat Rosemarie aber gut gekocht“.

Klaus Niedermeier ist gelernter Metzgermeister und hat dadurch schon Erfahrung wenn es ums Kochen geht. Er ist vor zehn Jahren in die Eventbranche gerutscht und veranstaltet auch regelmäßig Weißwurstseminare und Ähnliches. Auf die Idee zum „Perfekten Dinner“ hat ihn ein Freund gebracht. Der Sender hatte noch nach Kandidaten gesucht und daher Firmen in der Umgebung angeschrieben.

Niedermeier zählt Kochen zu seiner Leidenschaft. „Ich koche aus dem Bauch heraus“, verrät der gebürtige Tegernseer. Er hatte vorab drei Menüs an VOX geschickt. Der Sender entschied sich dann für sein „Wuidara Menü“.

Ein Wild-Fan mit Liebe zum Detail

„Ich habe dieses Motto gewählt, weil der bekannteste Wilderer Jennerwein hier aus der Region stammte“, sagt Niedermeier. Mit diesen Gerichten möchte er ihm Tribut zollen. Beim Hauptgang konnte er sich auf einen Jäger verlassen, der ihm das Wild lieferte.

Als Vorspeise gibt es beim Fischbachauer am Finaltag Kräutersuppe mit geröstetem Bauernbrot. Als Hauptgericht serviert Niedermeier Hirschsteak im Speckmantel mit Nussspätzle und Blaukraut und zum krönenden Abschluss ein weißes Schokoladen-Risotto mit Pistazien-Pesto und Erdbeersorbet. Mit seiner Kochkunst war der Eventmanager zufrieden, vom Ergebnis hätte er sich allerdings mehr erhofft. Dem Sieger winken immerhin 3.000 Euro. Für ihn zählt zum „Perfekten Dinner“ nicht nur das Essen, sondern auch das „Drum-Herum“.

Neben der passenden Tischdekoration sind auch Gastgeberqualitäten gefragt. Alles in allem war der Hobbykoch vom Dreh positiv überrascht und würde jeder Zeit wieder mitmachen: „Es war spannend mal zu sehen, wie so was mit Kamera abläuft. Mit der Zeit verliert man auch die Hemmungen“. Wer wissen will, wer das „Perfekte Dinner“ im Oberland gewonnen hat muss am 30. März um 19 Uhr auf VOX schalten.

Vom Zeremoniell im Umgang mit des Baiern schöns­ter Weißer

 

Wuidara.2

Kommt erst mal rein. Wir machen gerade Kaffee, wollt ihr auch einen?“ Und schon ste­hen wir mit­ten in der Wuidara-Küche.

Stärker könn­ten die Gegensätze nicht sein: Es ist Samstag, kurz nach zehn. Gerade noch quäl­ten wir uns gemein­sam mit tau­sen­den ande­ren – Stoßstange an Stoßstange – über die A8 zwi­schen München und Salzburg. Der ganz nor­male Wochenendwahnsinn.

Erst jetzt, in der Küche, nehme ich die heu­tige Wintersonne rich­tig wahr. Sie scheint warm auf die Holzschränke. Hier eine alte Grieß– und Zuckerschütten im Küchenbuffet.Dort eine guss­ei­serne Ofenplatte, auf der bereits ein gro­ßer Wassertopf erhitzt wird. Holzbefeuert, ver­steht sich.

Ich atme durch. Großstadthektik, vor­weih­nacht­li­ches Gewühl, Stau – ver­ges­sen! Meine Augen sind auf den Arbeitstisch mit­ten in der Küche gerich­tet. Hier will ich mich gemein­sam mit vier ande­ren vom Wuidara in die Geheimisse des Weißwurstmachens ein­wei­hen las­sen. Der Wuidara ist gelern­ter Metzgermeister und heißt eigent­lich Klaus Niedermeier. Gemeinsam mit sei­ner Frau Ira wohnt er in einem rie­si­gen, alten Bauernhaus an einem Berg im Tegernseer Land.

Beim Wuidara

Beim Wuidara

Essen ist ein Bedürfnis, genie­ßen eine Kunst.

So steht’s beim Wuidara auf einer Ehrenscheibe, die an der Wand hängt. Und Weißwurstgenuss beginnt eben schon bei der Vorbereitung: Auf dem Arbeitstisch war­tet bereits eine große Schüssel mit dem Brät. Das wird gleich ver­kne­tet. Hinzu kommt ein wenig Schwarte und frisch gehackte Petersilie. Außerdem Gewürze nach eige­nem Rezept.

Während wir das Kneten noch dem Gastgeber über­las­sen, wol­len wir kurz dar­auf selbst Hand anle­gen: Die Wurstmasse kommt in eine Wurstspritze von anno dazu­mal. Schnell noch einen Knoten in den Endlosdarm und schon geht’s unter fach­män­ni­scher Anleitung los.

's geht um die Wurst! (c) Philipp Mack

s geht um die Wurst! © Philipp Mack

Am Anfang noch mit der einen oder ande­ren Luftblase ver­se­hen, las­sen wir die Wurstmasse in das Häutchen quel­len. Doch schon nach eini­gen Wiederholungen geht es gleich­mä­ßi­ger von der Hand. Dann noch in regel­mä­ßi­gen Abständen abge­dreht und schon sind sie fer­tig, unsere ers­ten selbst­ge­mach­ten Weißwürste.

Wie die wohl schme­cken wer­den? Während die Weißwürste auf dem Ofen vor sich hin­zie­hen, erfah­ren wir aller­lei Wissenswertes rund um des Baiern berühm­teste Wurst. Und dann ist es soweit – nahezu vor­weih­nacht­lich fest­lich ist das Gefühl, das mich beim Betreten der Stube erfasst. Frische Brezen ste­hen schon bereit, die Weißbiergläser wer­den gefüllt – und wir bestau­nen begeis­tert die Hauptakteure des heu­ti­gen Vormittags, die Ira in einer gro­ßen Terrine hereinträgt.

Genussvoller Vormittag

Genussvoller Vormittag

Übri­gens: Das Mittagsläuten haben unsere Weißwürste natür­lich nicht mehr erlebt. Doch wir saßen noch lange über das Selbige hin­aus zusam­men, genos­sen die ganz beson­dere Atmosphäre und Gastlichkeit.

Jetzt, da ich in die Geheimnisse der Weißwurst ein­ge­weiht war, wollte ich noch zumWeißwurstäquator aufzubrechen.